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Laut neuem Bericht sind Muslime in Europa alarmierender Diskriminierung ausgesetzt
LONDON, 15 Dezember 2009— Laut einem heute veröffentlichten Bericht des Projekts "At Home in Europe" (Zuhause in Europa) des Open Society Institute sind dringend wirkungsvolle und langfristige Maßnahmen erforderlich um die religiöse Diskriminierung in den Städten sowie auf nationaler und europäischer Ebene zu bekämpfen.
"Europa muss sein Versprechen eine integrierende, offene Gesellschaft zu sein erfüllen", sagt Nazia
Hussain, die Leiterin des Projekts "At Home in Europe". "Das kürzlich erfolgte Verbot von Minaretten in
der Schweiz ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass anti-muslimische Einstellungen ein echtes Problem in
Europa darstellen. Zu viele Europäer glauben, dass die religiöse Identität in gewisser Weise eine Barriere
für die Integration darstellt, obwohl die Mehrheit der befragten Moslems sich stark mit der Stadt und dem
Land, in dem sie leben, identifizieren. Die Rolle der Stadt ist sowohl bei der Bekämpfung von
Diskriminierung als auch bei der Wegbereitung für die Integration anderer Völker wesentlich".
"Muslims in Europe: A Report on 11 EU Cities" (Moslems in Europa: Ein Bericht über 11 europäische Städte) entstand auf der Grundlage von mehr als 2000 gründlichen Einzelgesprächen und mehr als 60 Fokusgruppen mit Mitgliedern der Regierungen der entsprechenden Länder, muslimischen Mitbürgern und Führern, Nichtregierungsorganisationen, Akademikern, Journalisten und Aktivisten in ausgewählten Vierteln in sieben Ländern: Amsterdam und Rotterdam, Antwerpen, Berlin und Hamburg, Kopenhagen, Leicester und London, Marseille und Paris, sowie Stockholm. Die 11 städtespezifischen Berichte, die Anfang 2010 veröffentlicht werden sollen, heben positive Beispiele für Veränderungen auf lokaler Ebene hervor und analysieren wie die Behörden mit den Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Integration entstehen, in Bereichen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit und den Medien umgehen.
Ungefähr 20 Millionen Moslems leben in der Europäischen Union, hauptsächlich in den Hauptstädten und großen Industriestädten. Sie bilden eine diverse und wachsende Population, die sich sowohl aus bereits etablierten Bürgern als auch aus neu ankommenden Einwanderern zusammensetzt. Obwohl die Mehrheit der Moslems schon seit langem einen festen Bestandteil ihrer jeweiligen Heimatstädte darstellt, erfahren viele Moslems noch immer Diskriminierung und Misstrauen. Diese komplexe Situation stellt Europa vor eine seiner größten Herausforderungen: Wie können Gleichberechtigung und sozialer Zusammenhalt in einem Klima politischer und sozialer Spannung, weltweiter wirtschaftlicher Rezession und schnell wachsender Diversität wirksam gewährleistet werden? “Es sind nur sehr wenige offizielle Daten zur muslimischen Bevölkerung und den Minderheiten in Europa verfügbar. Die Daten, die es gibt, haben entweder anekdotischen Charakter oder sind extrapoliert und tragen so zu einem falschen Bild der muslimischen Gemeinschaften und Minderheiten in Europa sowie einem fehlenden Verständnis der Erfahrungen und Sorgen dieser Bevölkerungsgruppen bei", erklärt Hussain. Diese Studie liefert neue Daten zur alltäglichen Situation in muslimischen Gemeinschaften sowie konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Außerdem wird dargestellt, dass Gemeinschaften, unabhängig von ihrem Glauben, größtenteils die gleichen Sorgen und Nöte haben.
Sie unterscheiden sich nur darin, wie sie behandelt und von anderen wahrgenommen werden".
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