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iMiR - Institut für Migrations- und Rassismusforschung
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iMiR-Newsletter 2/2009 vom 2.10.2009
[i][mi][r] -Newsletter 2/2009 zum Tag des Flüchtlings am 2. Oktober 2009
Der Tag des Flüchtlings wird alljährlich am Freitag im Rahmen der Interkulturellen Woche begangen. Der Tag des Flüchtlings 2009 unter dem Motto "Mit Menschenrechten darf man nicht spielen" widmet sich im Schwerpunkt der Situation von Flüchtlingen an den Außengrenzen Europas. Er nimmt darüber hinaus die Lagerunterbringung von Flüchtlingen und die noch immer unzureichende Bleiberechtsregelung in den Focus.
Siehe dazu: http://www.ekd.de/interkulturellewoche/Tag%20des%20Fluechtlings.html
Inhalte [i][mi][r] -Newsletter 2/2009
- [i][mi][r] beteiligt sich am 'Training on Psycho-Social Needs of Refugees Project', einem Trainingsprojekt für Menschenrechtsaktivisten
- Frontexwatch – Kritische Informationsplattform zur Arbeit der Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU, 'FRONTEX'
- Unterschriftenaktion von PRO ASYL 'Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen'
- Ein Leuchtturm für Lampedusa! – Ein Kunstprojekt macht aufmerksam auf die Situation der Boot-Füchtlinge im Mittelmeer
- Refunite.org – ein Internet-Suchportal für Flüchtlinge
- ENAR Shadow Report 2008 'Racism in Germany' veröffentlicht
'Training on Psycho-Social Needs of Refugees Project' (TPSNRD) – ein Trainingsprojekt für Menschenrechtsaktivisten
Zusammen mit NGOs aus der Türkei, Italien und Spanien engagiert sich das [i][mi][r] im 'Training on Psycho-Social Needs of Refugees Project' (TPSNRD). TPSNRD richtet sich als Trainingsprojekt an Menschenrechtsaktivisten mit dem Ziel, diese für die psycho-sozialen Bedürfnisse von Flüchtlingen zu sensibilisieren. Das Projekt mündet in den Aufbau einer Internet-Lernplattform, über welche die im Projekt entwickelten Lerneinheiten zur Frage der psycho-sozialen Bedürfnisse von Flüchtlingen als Online-Module zur Verfügung gestellt werden. Neben dem [i][mi][r] sind die türkische Menschenrechtsorganisation IHAD, die italienische Bildungsorganisation CEIPES und die spanische Bildungsorganisation RESPECT Refugiados am Projekt beteiligt. Das Projekt wird vom 'Lifelong Learning Programme Grundtvig' der Europäischen Kommission gefördert.
Das [i][mi][r] hat in Hamburg ein Netzwerk von NGOs für die gemeinsame Arbeit im 'Training on Psycho-Social Needs of Refugees Project' initiiert. Neben der Erarbeitung von Lerneinheiten ist das Hamburger Netzwerk für die Organisation des dritten Projekttreffens Anfang 2010 in Deutschland verantwortlich. Die insgesamt vier Projekttreffen dienen dem Erfahrungsaustausch über die konkrete Bildungsarbeit der einzelnen Organisation und der gemeinsamen Konzeptionierung der Internet-Lernplattform und ihrer Lernmodule.
Am Hamburger Netzwerk sind beteiligt: Das Café Exil, eine unabhängige Beratungsstelle für Flüchtlinge und Asylsuchende in Hamburg (http://www.nadir.org/nadir/initiativ/cafeexil/), passage gGmbH, die im Projekt FLUCHTort Hamburg PLUS jugendliche und erwachsene geduldete Flüchtlinge unterstützt, ihre Chancen zur Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern (http://www.passage-hamburg.de/betriebe/miz/fluchtort.html), Haveno, eine Vereinigung von Psychotherapeuten, die psychotherapeutische Behandlung für Flüchtlinge und Migranten anbieten (www.gzstpauli.de/haveno.htm) und Hajusom, ein Kunstprojekt in dem minderjährige und junge erwachsene Flüchtlinge und Migranten ihre Erfahrungen als Künstlerinnen und Künstler umsetzen und so Migration als eine zentrale Kraft gesellschaftlicher Veränderung sichtbar machen (www.hajusom.de).
Mehr Informationen zum Projekt 'Training on Psycho-Social Needs of Refugees Project' und zu unseren europäischen Partner IHAD, CEIPES und RESPECT unter
sowie unter
Frontexwatch – Kritische Informationsplattform zur Arbeit der Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der EU, 'FRONTEX'
Frontex ist die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, geschaffen im Oktober 2004 auf der Basis einer Verordnung des Rat der Europäischen Union. Frontex ist ein zentraler Baustein der europäischen Abschottungspolitik gegen Flüchtlingsbewegungen nach Europa: Frontex koordiniert die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten im Bereich des s.g. „Schutzes der Außengrenzen“, betreibt die zur Kontrolle und Überwachung der Außengrenzen benötigte Forschung, unterstützt die Mitgliedstaaten bei Aktivitäten an den Außengrenzen (z.B. im Mittelmeer bei der Abwehr der Boot-Flüchtlinge) und bei der Organisation gemeinsamer Abschiebungsaktionen. Frontex unterliegt keiner Kontrolle durch das Europäische Parlament, dieses muss lediglich den Zuschüssen für Frontex bei der Verabschiedung des EU-Haushalts zustimmen.
Frontexwatch ist eine von NGOs betriebene Website, die Informationen über Frontex sammelt und Entwicklungen im Zusammenhang mit Frontex zeitnah dokumentiert (Medienberichte, Darstellungen von Frontex-Operationen) und Hintergrundberichte und Analysen (z.B. die interaktiven Karten des Projektes TransitMigration, die Zusammenhänge visualisieren und Entwicklungslinien beschreiben) veröffentlicht. Aktuell findet sich im im Blog u. A. der Hinweis auf das Erscheinen der neuen, von der 'Informationsstelle Militarisierung' herausgegebenen Broschüre 'Frontex – Widersprüche im erweiterten Grenzraum', in der zum zweiten Mal kritische Beiträge zur Arbeit von Frontex zusammen gestellt sind.
Mehr Informationen unter http://frontex.antira.info/frontexwatch/
Unterschriftenaktion von PRO ASYL 'Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen'
„Am 20. Juni 2004 rettete das deutsche Schiff ' Cap Anamur' 37 Menschen aus Seenot. Der Rettung folgten 10 lange Tage, während derer das Rettungsschiff in keinen Hafen einlaufen konnte, zumal sich italienische Behörden weigerten die Einfahrt zu genehmigen.
Die Landung im sizilianischen Hafen Porto Empedocle war der Auftakt zu einem jahrelangen Prozess gegen Stefan Schmidt, den Kapitän des Schiffes, und gegen Elias Bierdel, dem damaligen Geschäftsführer der Hilfsorganisation Cap Anamur. Beide wurden festgenommen und wegen Beihilfe zur illegalen Einreise angeklagt. Die geretteten Personen wurden in Abschiebehaft genommen und binnen kürzester Zeit abgeschoben, das Rettungsschiff beschlagnahmt. Der Prozess läuft mittlerweile seit November 2006. Am 22.4.2009 hat die italienische Staatsanwaltschaft 4 Jahre Haft und eine Strafe von jeweils 400.000 Euro für die beiden Angeklagten gefordert. Auch das Schiff, inzwischen mit 2 Millionen US-$ ausgelöst, soll erneut konfisziert werden ... Der Versuch, die Lebensrettung von Flüchtlingen zu kriminalisieren, hat eine sehr weitreichende Bedeutung. Durch eine Verurteilung wäre ein Präzedenzfall gesetzt, der potentielle Lebensretter abschrecken und das Leben zahlloser Schiffbrüchiger gefährden würde. Der eigentliche Skandal ist, dass das Sterben vor den Toren Europas weiter geht, nicht das mutige Menschen es durch Seenotrettung verhindern wollen. Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen.“
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-humanitaere-hilfe-ist-kein-verbrechen/mehr-informationen/
PRO ASYL bittet um Unterstützung ihres Aufrufs „Solidarität mit Elais Bierdel und dem Kapitän Stefan Schmidt – Humanitäre Hilfe ist kein Verbrechen“ unter http://www.proasyl.de/de/home/aktion-humanitaere-hilfe-ist-kein-verbrechen/
Das Urteil zum Prozess wird im Oktober erwartet. Ausführliche Prozessberichte unter http://www.elias-bierdel.de/
Ein Leuchtturm für Lampedusa! – Ein Kunstprojekt macht aufmerksam auf die Situation der Boot-Flüchtlinge im Mittelmeer
Jahr für Jahr versuchen etwa 20 000 afrikanische Migranten über die italienische Insel Lampedusa nach Europa zu kommen. Der Berliner Künstler Thomas Klipper stellt die Frage: „Was können wir tun, solange Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen und das Mittelmeer in ‚Nussschalen’ überqueren in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft?“ Seine Antwort: „Ein Leuchtturm mit einem maximalen Lichtstrahl könnte entscheidende Orientierung auf See geben und helfen, die Lebensgefahr zu verringern.“
Thomas Kilpper will auf Lampedusa in Zusammenarbeit mit Architekten, Ingenieuren und Ortsansässigen einen Leuchtturm mit angegliedertem Kunstzentrum bauen. So soll ein Raum für vielseitige, transnationale Begegnungen und Gespräche, für Ausstellungen und Konzerte entstehen. Mit dem Projekt unterstreichen die Beteiligten: „Es ist unmöglich, das Flüchtlingsproblem mit Restriktionen oder der Ausrufung des Ausnahmezustands zu lösen. Wir rufen zu einer humanitären und gerechten Immigrations- und Integrationspolitik in Europa auf. Kein Flüchtling ist illegal. Wir lehnen jede Idee ab, eine 'Festung Europa' zu errichten.“
Mehr Informationen unter http://www.kilpper-projects.net/blog/?cat=3
Refunite.org - ein Internet-Suchportal für Flüchtlinge
Die Internet-Plattform Refunite.org, gegründet von den Dänen Christopher und David Mikkelsen, ist eine Informations-Austauschbörse für Flüchtlinge, die auf der Suche nach Familienmitgliedern sind, von denen sie durch oder während der Flucht getrennt worden sind. Jeder Flüchtling kann sich unter einem fiktiven Namen registrieren. Die im November letzten Jahres ins Netz gegangene Seite fragt bewusst keine Daten wie Name oder Aufenthaltsorte der Flüchtlinge ab, um deren evtl. Gefährdung zu vermeiden. Flüchtlinge geben, um Familienangehörigen oder Freunden ihre Identität kenntlich zu machen, solche Informationen an, von denen nur diese wissen können, wie beispielsweise der Name der ersten eigenen Katze. Bisher haben sich schon 500 Flüchtlinge in der Website eingetragen.
Nähere Informationen unter www.refunite.org
ENAR Shadow Report 2008 'Racism in Germany' veröffentlicht
Der ENAR Shadow Report 2008 'Racism in Germany', den das [i][mi][r] seit 2002 jährlich für das Europäische Netzwerk gegen Rassismus verfasst, ist auf der Webiste des ENAR veröffentlicht und kann dort herunter geladen werden.
http://www.enar-eu.org/Page_Generale.asp?DocID=15294&la=1&langue=EN
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